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Führungskräfte in Warteposition „Bitte warten Sie hier.“ – Ticketschalter am Zürichsee

Führungskräfte unter Druck - Führung wird zum Engpass

Marcel sonderer
Führungskräfte unter Druck. Führung wird zum Engpass – warum immer weniger Menschen führen wollen Wer will heute noch führen? Am Ticketschalter am Zürichsee steht auf dem Boden eine einfache Markierung: „Bitte warten Sie hier.“ Eine pragmatische Lösung.Damit Abläufe funktionieren.Damit Menschen wissen, wo sie stehen sollen. In vielen Organisationen existiert eine ähnliche Markierung - nur ist […]

Führungskräfte unter Druck. Führung wird zum Engpass – warum immer weniger Menschen führen wollen

Wer will heute noch führen?

Am Ticketschalter am Zürichsee steht auf dem Boden eine einfache Markierung:

„Bitte warten Sie hier.“

Eine pragmatische Lösung.
Damit Abläufe funktionieren.
Damit Menschen wissen, wo sie stehen sollen.

In vielen Organisationen existiert eine ähnliche Markierung - nur ist sie selten sichtbar.

Entscheidungen warten.
Konflikte warten.
Prioritäten warten.

Und manchmal wartet auch Führung.


Führungskräfte unter wachsendem Druck

Die Anforderungen an Führung haben sich in den letzten Jahren spürbar verändert.

Der Global Leadership Forecast 2025 von DDI zeigt:
Viele Führungskräfte berichten über deutlich gestiegenen Druck.
Ein erheblicher Teil denkt ernsthaft darüber nach, die Führungsrolle wieder abzugeben.

Gleichzeitig wachsen Teams.
Hierarchien werden flacher.
Verantwortung verteilt sich auf weniger Personen.

Was nach Empowerment klingt, führt im Alltag oft zu etwas anderem:

Mehr Abstimmung.
Mehr Koordination.
Mehr Komplexität.


Wenn Arbeit der Führung im Weg steht

Eine zweite Entwicklung verstärkt diese Dynamik zusätzlich.

Der Deloitte Global Human Capital Trends Report zeigt, dass ein grosser Teil der Arbeitszeit in Organisationen für Tätigkeiten aufgewendet wird, die keinen direkten Beitrag zur Wertschöpfung leisten - etwa Meetings, interne Abstimmungen oder administrative Koordination.

Viele Führungskräfte erleben das täglich:

Der Kalender ist voll.
Aber die eigentliche Führungsarbeit bleibt liegen.

Was dabei verloren geht, ist genau das, was Führung leisten sollte:

Orientierung geben
Prioritäten setzen
Entscheidungen mit Weitblick treffen

Quelle:
https://www.deloitte.com/ch/en/services/consulting/perspectives/global-human-capital-trends.html


Wenn sich Führung zur Koordinationsrolle verschiebt

Wenn du eine Führungsrolle hast, kennst du diese Situation vielleicht:

Du trägst Verantwortung für Ergebnisse, Teamdynamiken und Veränderungsprozesse.

Gleichzeitig werden Entscheidungen zunehmend in Abstimmungen, Komitees und Prozesse verlagert. Und natürlich übernimmt auch künstliche Intelligenz immer mehr von diesen Aufgaben.

So verschiebt sich die Rolle -
von Gestaltung hin zu Koordination.

Und genau das verändert die Attraktivität von Führung.

Vor allem für Menschen, die ursprünglich aus fachlicher Überzeugung in eine Führungsfunktion gewechselt sind.


Will überhaupt noch jemand führen?

In vielen Organisationen taucht inzwischen eine neue Frage auf:

Will überhaupt noch jemand eine Führungsrolle übernehmen?

Nicht, weil Menschen keine Verantwortung tragen wollen.

Sondern weil sie beobachten, wie Führung heute tatsächlich aussieht:

  • permanent erreichbar
  • zwischen widersprüchlichen Erwartungen
  • ein grosser Teil der Zeit in Meetings

Die Konsequenz ist nachvollziehbar:

Ein wachsender Teil von Talenten entscheidet sich bewusst gegen eine klassische Führungsrolle.
Jedoch nicht, weil noch nicht absehbar ist, in welchen Unternehmungen Führungsrollen wegfallen.

Und auch nicht aus mangelndem Ehrgeiz.
Sondern aus einer realistischen Einschätzung der Rahmenbedingungen.


Warum Führung wieder Handlungsspielraum braucht

Wenn Führung zum Engpass wird, liegt das selten an einzelnen Personen.

Es liegt häufiger an der Art, wie Organisationen Arbeit strukturieren.

In meiner Arbeit mit Führungskräften - in Coachings, Workshops und Teamentwicklungen - zeigt sich oft das gleiche Muster:

Nicht der Wille fehlt.
Sondern der konkrete Handlungsraum.

Der erste Schritt ist deshalb oft kein neues Modell, sondern eine einfache Klärung:

Wo kannst du überhaupt noch gestalten - und wie nutzt du diesen Raum gezielt?


Drei Voraussetzungen für wirksame Führung

Zeit für Reflexion
Gute Entscheidungen entstehen selten unter permanentem Zeitdruck.

Klare Verantwortungsräume
Führung wird wirksam, wenn Gestaltung möglich ist.

Dialog statt Dauerabstimmung
Viele Probleme lösen sich schneller im direkten Gespräch als in komplexen Prozessen.


Die zentrale Frage

Organisationen, die diese Entwicklung ernst nehmen, stellen eine andere Frage:

Wie gestalten wir Führung so, dass sie überhaupt wieder möglich wird?

Denn wenn Führung zum Engpass wird, liegt das selten an einzelnen Personen.

Es liegt meist an der Art, wie Organisationen Arbeit strukturieren.

Und manchmal zeigt sich dieses Problem in einer überraschend einfachen Metapher:

Einer Markierung auf dem Boden.

„Bitte warten Sie hier.“


Führungskräfte Coaching – mycoaching2go

Viele wollen führen - aber nicht nur koordinieren.

Genau hier setzt meine Arbeit an:
Ich begleite Führungskräfte und Organisationen dabei, wieder Klarheit, Fokus und Handlungsspielraum zu gewinnen.

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