Stress wegen meinem Fehler - was lerne ich?

Marcel sonderer
Stress vermeiden?! Als Kleinunternehmer habe ich kürzlich eine Lektion in Sachen Frustration gelernt. Nachdem meine neue Homepage für Business Coaching und Life-Coaching entwickelt worden ist, habe ich weitere 20 Seiten selbständig mit Inhalt und Bildern erstellt. Dann war die Seite während zwei Wochen lahmgelegt und nicht mehr wieder herstellbar. Selbst mein Hosting-Anbieter konnte kein Backup […]

Stress vermeiden?! Als Kleinunternehmer habe ich kürzlich eine Lektion in Sachen Frustration gelernt. Nachdem meine neue Homepage für Business Coaching und Life-Coaching entwickelt worden ist, habe ich weitere 20 Seiten selbständig mit Inhalt und Bildern erstellt. Dann war die Seite während zwei Wochen lahmgelegt und nicht mehr wieder herstellbar. Selbst mein Hosting-Anbieter konnte kein Backup bereitstellen (ist mir nach wie vor unerklärlich …). Trotz Sicherheitsmassnahmen war ich nicht ausreichend vorbereitet und musste fast alles nochmals erstellen. Ich war genervt, denn ich konnte schlussendlich nur mir die Schuld geben. Offensichtlich war mein Risikomanagement ungenügend und meine digitalen/technischen Kompetenzen deutlich entwicklungsbedürftig. Wenigstens habe ich daraus gelernt. Gerne teile ich die Erfahrungen bezüglich Stress und Risikominimierung.

Elemente von negativem Stress und wie man damit umgeht

Stress ist eine unvermeidbare Realität. Negativ zeigt er sich auf verschiedene Weise, sei es durch körperliche Symptome wie Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit oder durch emotionale Reaktionen wie Angst, Wut oder Frustration. Je nach Reaktion kann dies noch verstärkt werden und du fühlst dich noch schlechter.

Der erste Schritt zum Umgang mit negativem Stress liegt darin, die jeweiligen Stressoren zu identifizieren und darauf aufbauend Massnahmen zur Bewältigung zu entwickeln. Nur wenn du erkennst, was oder wer dich nervt, kannst damit umgehen. Einer meiner Stressoren ist beispielsweise, wenn ich gewisse Themen nicht mehr selbst beeinflussen kann und "fremdgesteuert" werde.

Individuelle Reaktionen auf Stress

Es gibt gesunden Stress, der uns antreibt und motiviert. Wenn ich neue Kunden treffe oder vor Publikum auftrete, spüre ich immer eine gewisse Nervosität. Ich benötige das, um «abzuliefern». Menschen reagieren unterschiedlich auf Stress. Während einige Personen unter Druck effektiv arbeiten können, fühlen sich andere überwältigt und gestresst. Diese individuellen Reaktionen hängen von einer Vielzahl von Faktoren ab, einschliesslich der Persönlichkeit, früherer Erfahrungen und der Fähigkeit, mit Belastungen umzugehen. Wenn der Stress überwiegt, kann er zu körperlichen und psychischen Problemen führen. Deshalb ist es wichtig, auf sich selbst zu achten und zu erkennen, wann genug genug ist.

Was ist mit ungesundem Stress?

1. Identifiziere die Ursache. Ist es die Arbeit, Beziehungsprobleme oder etwas anderes?

2. Versuche, deine Stressoren zu reduzieren, wo dies möglich ist. Dies kann beispielsweise erreicht werden durch regelmässige Bewegung, bewusste Atmung, Zeitmanagement-Techniken, Anpassung der Arbeitszeit oder auch mit Personen, die dich unterstützen. Setze dir Grenzen bezüglich Verfügbarkeit und erlaube dir, Pausen einzulegen, um dich zu erholen. Es kann auch hilfreich sein, mal "Dampf abzulassen" zum Beispiel mit Sport treiben oder laut Musik zu hören. Damit können wir Emotionen verarbeiten und unseren Stress reduzieren. Wenn du dich etwas beruhigt hast, hast du mehr Distanz zum Problem und kannst auch Personen gegenüber respektvoll kommunizieren, wie du dich gerade fühlst und deinen eigenen Standpunkt klar machen. Dies ist vielfach bereits Teil einer weitergehenden Ursache und Lösung.

Und insbesondere: tu dir selbst etwas Gutes mit entsprechender Selbstfürsorge:
- Akzeptiere dich mit deinen eigenen Schwächen. Sag und zeige, wie es dir gerade wirklich (!) geht.
- Setze dich mit deinen Ängsten und Sorgen auseinander und versuche sie zu verstehen, anstatt sie «wegmachen zu wollen»
- Frage dich: was brauche ich jetzt? Bin ich müde und brauche vielleicht eine Pause? Fühle ich mich gerade als Person angegriffen? Welche Energiequellen kann ich anzapfen?
- Hinterfrage dich, was dir wirklich wichtig im Leben ist. Verfolgst du ein Ziel, das du eigentlich gar nicht willst? Warum tue ich das – und was tut mir gut?

Umgang mit eigenen Fehlern – zur Vermeidung einer Stressquelle

Anstatt dich selbst für deinen Fehler zu kritisieren - übernimm Verantwortung und lerne daraus, denn auch viele grossartige Dinge sind erst durch vermeintliche Fehler entstanden. Mir helfen grundsätzlich folgende Punkte, um Fehlerquellen zu vermeiden oder zu minimieren:

  1. Ich nehme mir Zeit. Wenn möglich berücksichtige ich alle relevanten Details, bevor ich handle und überprüfe wichtige Punkte doppelt. Hektik ist meist kein guter Ratgeber.
  2. Ist mir alles klar? Ich bespreche alle Unklarheiten vorab bei Aufgaben mit mehreren Involvierten. Auch frage ich bei Bedarf andere um Rat und um eine andere Perspektive.
  3. Ich setze Prioritäten. Konzentration auf die wichtigste Aufgabe hilft mir mich nicht zu verzetteln – Multitasking hat seine Grenzen.
  4. Denkzettel. Was ist mir früher schon mal schiefgelaufen, und wie könnte ich es künftig vermeiden? Checklisten/Prozessabläufe etc. unterstützen mich bei wiederkehrenden Aufgaben.

Bei wesentlichen Herausforderungen (geschäftlich oder auch privat) kann sich auch ein ein Risikomanagement im Sinne einer Versicherung lohnen.

Risikomanagement

  1. Risikoerkennung: Denke nach, welche potenzielle Risiken deine Ziele oder Aktivitäten beeinträchtigen könnten. Sind es finanzielle, gesundheitliche, berufliche oder persönliche Risiken oder noch weitere?
  2. Risikoanalyse: Welche dieser Risiken könnten am wahrscheinlichsten eintreten und welche die grössten Auswirkungen haben?
  3. Risikobewertung: Lege fest, wie viel Risiko du bereit bist, einzugehen, und welche Risiken du vermeiden oder reduzieren möchtest.
  4. Risikobewältigung: Entwickle Massnahmen, um die festgelegten Risiken zu umgehen.
  5. Anpassung: Bei neuen oder sich verändernden Risiken bleib flexibel und verbessere das Risikomanagement kontinuierlich.
  6. Notfallplanung: Entwickle Pläne für den Umgang mit unerwarteten Ereignissen, um die Auswirkungen zu minimieren. Dies gilt nicht nur für Unternehmungen, sondern auch für Privatpersonen. Wer hat beispielsweise Zugriff zu wesentlichen Dokumenten, wer ist zu verständigen etc.

Meine Lernpunkte aus der Erfahrung mit der Webseite:

- Ich habe mein Mindset überprüft und bestätigt, dass auch für mich keine Nullfehlertoleranz besteht. "Intelligente" Fehler analysiere ich für eine Verbesserung und einfache Fehler ignoriere ich grosszügig! Damit sollte ich mich weniger unter Stress setzen. Falls doch...
- In nervigen Momenten gehe ich nach draussen, atme tief durch, drehe eine kleinere oder grössere Runde (je nach Vorfall und Zeit-Budget). Dabei entspanne ich und es kommen mir meistens die besten Ideen, wie ich mit dem jeweiligen Thema umgehe.
- Ich habe meine digitalen Sicherheitsmassnahmen verstärkt und auch ein Mehrfach-Backup installiert, um mich hoffentlich vor ähnlichen Vorfällen zu schützen.

Wie gehst du mit solchen Situationen um?

Gerne unterstütze ich dich dabei, deine «Trigger-Punkte» zu erkennen, dich zu entwickeln und auch mehr Balance und Gelassenheit zu leben.

Stress, Balance & Resilienz - Burnout vermeiden (mycoaching2go.ch)
Persönliche Ziele erreichen & Persönlichkeitsentwicklung (mycoaching2go.ch)

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